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Tennis
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Brasilianerin schreibt Geschichte in Sao Paolo

Was passiert, wenn ein 15-jähriges Mädchen plötzlich die Tenniswelt aufmischt? In Sao Paulo hat die brasilianische Wildcard Nauhany Vitoria Leme da Silva genau das getan und dabei Geschichte geschrieben.

Die Bühne hätte kaum passender sein können: Es war der erste WTA-Auftritt in der Metropole seit 2000 und die Courts befanden sich im Villa-Lobos State Park, genau dort, wo die junge „Nana“, wie sie von ihren Fans genannt wird, aufgewachsen ist. Vor heimischem Publikum gelang ihr, was vor ihr noch keine Spielerin ihres Jahrgangs geschafft hat. Sie ist die erste 2010-Geborene, die einen Sieg in einem Hauptfeld-Match der WTA-Tour feierte.

Der Weg dahin war ein kleiner Tennis-Krimi. Gegen ihre 29 Jahre alte Landsfrau Carolina Alves, immerhin Nummer 237 der Welt, musste die Nummer 1.206 der Rangliste hart arbeiten. Schon im ersten Satz zeigte Leme da Silva ihr Können: freche Stopps, eine explosive Vorhand und jede Menge Mut. Sie wehrte zwei Satzbälle ab, doch im Tiebreak setzte sich Alves’ Routine durch, neun Punkte in Serie, 0:7.

Was dann folgte, war ein Feuerwerk jugendlicher Unbekümmertheit. Ab dem Stand von 1:2 im zweiten Satz ließ sie ihrer Gegnerin keine Chance mehr, gewann elf Spiele in Folge und fegte Alves mit 6:2, 6:0 vom Platz. Plötzlich stand nicht mehr ein Teenager auf dem Platz, sondern eine Spielerin, die aussah, als wolle sie in kürzester Zeit die Tenniswelt erobern. Ihr erster Sieg über eine Top-300-Gegnerin bedeutet zugleich, dass sie nächste Woche die Top 1.000 knacken wird. Ein weiterer Meilenstein in einer Karriere, die gerade erst begonnen hat.

Und das Abenteuer geht weiter: In der zweiten Runde wartet mit Solana Sierra die Nummer zwei der Setzliste und eine Top-100-Spielerin. Ein Härtetest für die 15-Jährige oder die nächste Sensation? Die Zuschauer in Sao Paulo haben jedenfalls ihre Favoritin gefunden.

Doch nicht nur Leme da Silva sorgte für Aufsehen. In Sao Paulo betrat auch eine andere 15-jährige Brasilianerin die große Bühne: Victoria Luiza Barros. Sie ist vier Monate älter, steht auf Platz 19 der Juniorinnen-Weltrangliste und hatte ebenfalls eine Wildcard. Gegen die US-Amerikanerin Whitney Osuigwe startete Barros furios und führte im zweiten Satz sogar mit 4:1, doch am Ende reichte es nicht ganz: Sie unterlag mit 3:6 und 4:6. Ihr Auftritt ließ jedoch erkennen, dass auch sie eine Zukunft im Profitennis haben könnte. Gemeinsam mit Nana wird Barros nun im Doppel antreten. Ein Duo, das nicht nur jung und wild, sondern auch extrem talentiert ist.

Neben den brasilianischen Nachwuchsstars gab es in Sao Paulo noch ein Match, das für Schlagzeilen sorgte: Die Französin Tiantsoa Rakotomanga Rajaonah zeigte, was es bedeutet, niemals aufzugeben. Gegen Ana Sofia Sánchez lag die 19-Jährige im dritten Satz bereits mit 0:5 zurück, vergab zwischendurch fast alles, was es zu vergeben gab – und kämpfte sich doch zurück ins Match. Mit spektakulären Vorhandwinnern, drei abgewehrten Matchbällen und unerschütterlichem Kampfgeist drehte sie die Partie noch mit 6:4, 4:6, 7:6 (7). Ein Comeback, das in die Kategorie „unfassbar“ fällt.

Drei Geschichten, drei Emotionen, aber eine Überschrift dominiert: Die Geburt eines neuen Talents, das schon jetzt für Furore sorgt. Nauhany Vitoria Leme da Silva, die 15-jährige „Nana“, hat nicht nur ein Match gewonnen. Sie hat ein Versprechen abgegeben: Die Zukunft des Tennis hat vielleicht schon jetzt begonnen.

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