Ein Tag für die Ausreißer: Juan Ayuso triumphiert im Sprintduell und feiert auf der zwölften Etappe der Vuelta a Espana seinen zweiten Sieg. Doch hinter dem Spektakel brodelt es bereits, denn morgen wartet der legendäre Angliru.
Bei der 12. Etappe der Vuelta 2025 waren die Ausreißer das dominierende Thema. Am Ende setzte sich Juan Ayuso vom UAE Team Emirates in einem packenden Zweiersprint gegen Javier Romo (Movistar) durch und holte den Tagessieg. Für den 22-Jährigen war es bereits der zweite Etappenerfolg bei dieser Rundfahrt und zugleich der Beweis, dass er sowohl im Gesamtklassement als auch in der Fluchtgruppe überzeugen kann. Brieuc Rolland (Groupama-FDJ) erreichte mit 13 Sekunden Rückstand als Dritter das Ziel.
Schon früh formierte sich eine riesige Spitzengruppe, die zwischenzeitlich mehr als 50 Fahrer umfasste. Namen wie Mads Pedersen, Nico Denz oder Victor Campenaerts sorgten dafür, dass das Tempo nie erlahmte. Immer wieder versuchten Fahrer, sich allein abzusetzen, etwa Ivan Cortina mehr als 60 Kilometer vor dem Ziel. Doch die Verfolger ließen niemanden ziehen, sodass es auf den letzten Anstieg ankam.
Dort setzten Ayuso und Romo den entscheidenden Angriff. Unterstützt von der starken Vorarbeit seines Teamkollegen Marc Soler attackierte Ayuso, und nur Romo konnte folgen. Gemeinsam erreichten sie den Gipfel, während Rolland dahinter kämpfte, den Anschluss nicht ganz zu verlieren. Doch das Duo harmonierte zu gut, um noch einmal gestellt zu werden.
Auf den letzten Kilometern wurde klar, dass Romo viel investieren musste, um den Vorsprung zu halten. Ayuso hingegen sparte seine Kräfte für den Sprint – ein cleveres Pokerspiel, das aufging. Während sich Romo mit Platz zwei zufriedengeben musste, konnte Ayuso jubelnd die Ziellinie überqueren.
Victor Campenaerts sicherte sich Rang vier, nachdem er sich aus der Verfolgergruppe abgesetzt hatte. Mads Pedersen, der zuvor die Punktewertung dominiert und viele Punkte für das grüne Trikot gesammelt hatte, gewann den Sprint um Platz fünf vor Nico Denz.
Für die Favoriten im Gesamtklassement war es ein vergleichsweise ruhiger Tag. Jonas Vingegaard verteidigte erfolgreich sein Rotes Trikot und liegt weiterhin vor Joao Almeida und Tom Pidcock. Das Feld erreichte das Ziel mit rund sechs Minuten Rückstand. Damit baute UAE seine beeindruckende Bilanz aus: Fünf Etappensiege bei dieser Vuelta sprechen eine klare Sprache.
Die zwölfte Etappe war ein Lehrstück in Taktik und Teamarbeit. Doch die Ruhe im Kampf um das Gesamtklassement dürfte nur von kurzer Dauer sein. Denn schon morgen wartet mit dem Angliru eine der brutalsten Rampen der Radsportwelt. Dort wird sich zeigen, wie belastbar Vingegaards Führung wirklich ist und ob Almeida oder Pidcock zum Angriff blasen können.
Ayusos Sieg war mehr als nur ein Etappenerfolg. Er war eine Machtdemonstration. Clever im Sprint, stark am Berg und mit einem Team im Rücken, das den Rhythmus vorgibt, ist er längst mehr als ein Hoffnungsträger. Doch die Vuelta a Espana ist kein Wunschkonzert. Am Angliru entscheidet sich, wer nur Glanzlichter setzt und wer wirklich um den Gesamtsieg mitreden kann.
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