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Auger-Aliassime kämpft um den Titel

Im Finale der BNP Paribas Fortis European Open trifft Felix Auger-Aliassime auf Jiri Lehecka. Es ist ein Duell zwischen Präzision und Power, Erfahrung und Aufbruch. Wer holt sich den nächsten Titel und wichtige Punkte für Turin?

Felix Auger-Aliassime ist zurück im Rampenlicht. Mit einem konzentrierten und reifen Auftritt hat sich der Kanadier in Brüssel in sein viertes ATP-Finale des Jahres gespielt und das gegen einen Lokalhelden, der das Publikum auf seiner Seite hatte. Der 7:6 (2), 6:4-Erfolg über den belgischen Wildcard-Spieler Raphael Collignon war ein weiterer Schritt auf dem Weg zurück zu alter Stärke. Denn der 25-Jährige hat ein klares Ziel vor Augen: die ATP Finals in Turin.

Derzeit rangiert Auger-Aliassime mit 3.070 Punkten auf Platz neun der PIF ATP Live Race To Turin, nur 415 Punkte hinter Lorenzo Musetti, der aktuell den letzten Qualifikationsplatz belegt. Eine Situation, die Spannung verspricht, denn in dieser Phase der Saison zählt jeder Ballwechsel, jeder Sieg, jeder Punkt.

Auger-Aliassime präsentierte sich in Brüssel mit beeindruckender Ruhe. Trotz der frenetischen belgischen Kulisse fand er immer wieder Antworten auf Collignons druckvolles Spiel. Mit aggressiven Grundschlägen von beiden Seiten und einem präzisen Aufschlag zog er dem Heimfavoriten den Zahn. Der Kanadier jagte förmlich jeden Ball, feuerte sich nach gewonnenen Punkten an und wirkte dabei, als habe er nach einer Durststrecke wieder jenen Rhythmus gefunden, der ihn in der Saison 2022 zu 60 Siegen geführt hatte.

„Ich hatte einen großartigen Gegner vor mir, der hoch motiviert war, vor heimischem Publikum zu spielen“, sagte Auger-Aliassime nach dem Match. „Ich wusste, dass es das bislang härteste Duell der Woche werden würde. Er spielt seit Wochen großartig. Das war intensives Tennis auf hohem Niveau und morgen haben wir noch eins vor uns.“

Damit ist das Finale gegen Jiri Lehecka gemeint, der sich am Samstag in einem engen Match gegen den französischen Aufschlagriesen Giovanni Mpetshi Perricard durchsetzte. 7:6 (3), 7:6 (7) hieß es nach einer Stunde und 32 Minuten: zwei Tiebreaks, kaum Breakchancen, pure Nervenstärke.

„Gegen Spieler mit so einem Aufschlag weißt du nie, was als Nächstes kommt“, erklärte Lehečka. „Du musst in jedem Punkt voll konzentriert bleiben. Für mich war es entscheidend, mein eigenes Service-Game zu halten und auf meine Chancen zu warten.“

Lehecka, der erst 23 Jahre alt ist, steht bereits in seinem sechsten Tour-Finale, davon in seinem zweiten in Folge in Brüssel. In diesem Jahr hat er bereits Titel in Adelaide und Brisbane geholt, beide auf Hartplatz. Seine Bilanz gegen Gegner außerhalb der Top 20 ist beeindruckend: 15 Siege in den letzten 16 Matches. Der Tscheche hat seinen Platz unter den aufstrebenden Kräften des Herrentennis gefestigt und sein Spiel wirkt zunehmend komplett.

Das Finale verspricht also mehr als nur ein Duell um einen 250er-Titel. Es ist ein Kräftemessen zweier Generationen im Übergang: der abgezockte Rückkehrer Auger-Aliassime trifft auf den selbstbewussten Angreifer Lehecka. Beide eint ein klares Ziel: ein Statement für die kommenden Wochen und ein Schub für die Vorbereitung auf die French Open.

Wer von beiden hat den längeren Atem? Auger-Aliassime, der nach einer durchwachsenen Saison wieder an die Spitze zurückwill? Oder Lehecka, der mit jugendlicher Frische und präziser Wucht ein weiteres Kapitel seines Aufstiegs schreiben möchte?

In Brüssel ist die Bühne bereitet. Die Luft knistert, die Zuschauer erwarten ein Match voller Energie, Emotionen und Momentumwechsel. Der eine jagt Punkte für Turin, der andere Titel Nummer drei der Saison.

Egal, wie das Endspiel ausgeht. Eines ist sicher: Dieses Finale steht sinnbildlich für die neue Dynamik auf der ATP Tour. Es zeigt, wie eng die Spitze zusammengerückt ist und wie jeder Sieg die Hierarchie verschieben kann. Und wer weiß, vielleicht beginnt in Brüssel die nächste große Geschichte eines Spielers, der bald wieder in den ganz großen Arenen triumphiert.

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