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Tennis
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Auger-Aliassime kämpft sich in Paris Richtung Turin

In Paris ist Felix Auger-Aliassime zum Comeback-König geworden und plötzlich ist das Ticket nach Turin wieder in Reichweite.

Der Kanadier hat es sich nicht leicht gemacht. Drei Matches, drei Rückstände, drei Siege. Beim Rolex Paris Masters kämpfte sich der an Nummer neun gesetzte Auger-Aliassime erneut aus der Tiefe heraus, diesmal gegen Daniel Altmaier. Nach einem wackligen Start (3:6) drehte er das Match mit kühlem Kopf und präzisem Spiel, gewann schließlich 3:6, 6:3, 6:2 und wahrt damit seine Chancen auf das letzte große Ziel der Saison, die Nitto ATP Finals in Turin.

„Drei Matches über drei Sätze, es war die ganze Woche ein Kampf“, sagte er nach dem Spiel. „Ich wusste, es wird wieder hart. Also ruhig bleiben, Lösungen finden, und irgendwann kam der Rhythmus.“

Dieser Rhythmus zeigte sich vor allem beim Aufschlag: 87 Prozent der Punkte hinter dem ersten Service und 20 von 25 Netzangriffe waren erfolgreich. Nach anfänglichen Problemen mit Altmaiers variablem Tempo drehte Auger-Aliassime auf, dominierte die Ballwechsel, breakte seinen Gegner gleich dreimal und zeigte, warum er einer der besten Indoor-Spieler des Jahrzehnts ist: Bislang hat er 81 Spiele unter Dach gewonnen.

Nun wartet Valentin Vacherot im Viertelfinale, ein Name, der derzeit für Furore sorgt. Der Monegasse triumphierte zuletzt in Shanghai, besiegte in Paris bereits Cameron Norrie (der zuvor Carlos Alcaraz eliminiert hatte) mit 7:6 (4), 6:4 und steht bei zehn Siegen in Serie auf Masters-1000-Niveau. In der Live-Weltrangliste kletterte er damit auf Platz 30.

Für Auger-Aliassime ist es das erste Aufeinandertreffen mit Vacherot und wohl eine echte Nagelprobe. Noch spannender wird es, wenn man auf das große Ganze blickt. Nur noch ein Platz ist im Teilnehmerfeld der ATP Finals offen. Während Ben Shelton und Alex de Minaur ihre Tickets bereits gelöst haben, lauern hinter Musetti und Auger-Aliassime noch einige heiße Anwärter.

Gegen Andrey Rublev zeigte Shelton einmal mehr, warum er als einer der aufregendsten Newcomer der Tour gilt. Mit einem explosiven 7:6 (6), 6:3 sicherte sich der US-Amerikaner seinen Platz unter den letzten Acht und das mit einem Vorhandkracher, der das Publikum von den Sitzen riss. Mit 40 Siegen in dieser Saison, einer Premiere in Turin in Reichweite und der Aussicht auf ein Duell mit Jannik Sinner oder Francisco Cerundolo könnte es kaum dramatischer sein.

Auch Alex de Minaur ist wieder ganz vorne mit dabei. Der Australier, der für seine Stärke auf Hartplätzen bekannt ist, ließ dem früheren Paris-Champion Karen Khachanov beim 6:2, 6:2 keine Chance. Es war sein 42. Sieg auf Hartplatz in diesem Jahr und der Lohn dafür ist die zweite Teilnahme an den ATP Finals in Folge. Im Viertelfinale trifft er nun auf Alexander Bublik, der mit seinem unorthodoxen Spielstil Taylor Fritz aus dem Turnier warf (7:6 (5), 6:2) und selbst noch eine kleine Chance auf die Teilnahme in Turin hat.

Das Paris Masters zeigt einmal mehr, dass es der perfekte Schauplatz für späte Wendungen ist. Wer hier Nerven, Präzision und den Glauben an das eigene Spiel mitbringt, kann die ganze Saison noch einmal umdrehen. Auger-Aliassime ist das beste Beispiel: Im Sommer schien er abgeschlagen, doch jetzt fehlen ihm nur noch 290 Punkte auf Lorenzo Musetti und der Traum lebt.

Ob der Kanadier den Durchbruch schafft, wird sich in den nächsten Tagen zeigen. Doch eines ist sicher: Wer in Paris dreimal von hinten kommt, hat das Herz eines Kämpfers und genau das braucht man, um in Turin zu stehen.

Wird Felix Auger-Aliassime das Comeback des Jahres krönen? Oder ist es am Ende doch der junge Wilde Ben Shelton, der die Tenniswelt überrascht? Paris hat schon viele Geschichten geschrieben, diese könnte eine der besten werden.

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