Eine Saison voller Wendungen, Rekorde und Enttäuschungen geht zu Ende, mit Jannik Sinner als großem Sieger und Alexander Zverev auf der Suche nach einem Neuanfang.
Die ATP-Saison 2025 hatte alles, was Tennis ausmacht: Aufstiege, Abstürze und historische Siege. Während Sinner in Paris den letzten Masters-Titel des Jahres holte, blickte Zverev auf Monate zurück, die er selbst als „unglaublich unbefriedigend“ bezeichnete. Zwischen den dominanten Leistungen der Weltelite und seinen eigenen Krisen wurde deutlich: Deutschlands Nummer eins steht an einem Wendepunkt.
Schon im Januar deutete sich an, wer das Jahr prägen würde. Sinner verteidigte bei den Australian Open seinen Titel mit einem souveränen Finalsieg über Zverev. Der Hamburger, der zu Jahresbeginn noch in beeindruckender Form gewesen war, fand danach keinen Rhythmus mehr. „Nicht viele Ups“, resümierte er später. Nach Australien folgten zwar drei weitere Finalteilnahmen, doch nur in München, einem Turnier ohne große internationale Strahlkraft, konnte er triumphieren.
Ganz anders an der Spitze der Tour: Carlos Alcaraz und Jannik Sinner setzten ihre Rivalität fort und lieferten sich Duelle von epischer Qualität. Bei den French Open drehte Alcaraz das Endspiel nach drei abgewehrten Matchbällen und sicherte sich in Paris einen Klassiker. Auf dem heiligen Rasen von Wimbledon konterte Sinner und gewann mühelos seinen ersten Titel dort. Das Machtverhältnis an der Spitze war klar: Der 22-jährige Spanier und der Italiener aus Südtirol dominierten die Grand-Slam-Saison fast nach Belieben.
Auch bei den Masters-Turnieren teilten sich die beiden Stars die größten Titel untereinander auf. Alcaraz baute seine Bilanz mit Erfolgen in Rom, Monte Carlo und Cincinnati auf acht Masters-Siege aus. Sinner beendete die Saison schließlich mit seinem Triumph beim ATP-Masters in Paris und setzte damit den Schlusspunkt hinter ein Jahr, das ihn endgültig in den Kreis der ganz Großen katapultierte.
Doch 2025 hielt auch Überraschungen bereit. In Shanghai schrieb Valentin Vacherot Geschichte, als er mit Rang 204 der am niedrigsten platzierte Spieler war, der je ein Masters-1000-Turnier gewann. Auch Jack Draper, Jakub Mensik, Casper Ruud und Ben Shelton holten erstmals Titel dieser Kategorie. Der Umbruch im Herrentennis war überall zu sehen: Neue Namen drängen nach, während Veteranen um den Anschluss kämpfen.
Für Alexander Zverev verlief die Saison hingegen zäh. Nach seinem frühen Ausscheiden in Wimbledon sprach er offen über psychische Probleme. Trotz einer kurzen Pause fand er nicht zu seiner alten Stärke zurück. Mit einer Siegquote von rund 70 Prozent spielte er solide, aber nicht überragend. Zu wenig, um mit Carlos Alcaraz und Jannik Sinner mitzuhalten. Besonders bitter war sein Saisonabschluss bei den ATP-Finals in Turin, wo er nach eigener Aussage sein „schlechtestes Match der letzten Monate” spielte und deutlich gegen Félix Auger-Aliassime verlor.
Neben den Einzelerfolgen sorgten auch die Teams für Schlagzeilen. Die Vereinigten Staaten gewannen dank Taylor Fritz und Coco Gauff den United Cup, während Alcaraz (Rotterdam), Tsitsipas (Dubai) und Zverev (München) frühe 500er-Erfolge feierten.
Am Ende bleibt ein klares Bild: Die ATP-Saison 2025 gehörte Sinner und Alcaraz, die die großen Titel unter sich aufteilten und das Jahr mit ihrem Duell prägten. Für Zverev war es hingegen ein Jahr des Stillstands. Sein Talent steht außer Frage, doch die Lücke zur Weltspitze ist größer geworden. 2026 könnte entscheidend dafür sein, ob er sie noch einmal schließen kann oder ob eine neue Tennisgeneration endgültig das Ruder übernimmt.
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