Ein Flügelflitzer, der vom kleinen Bedum bis zum „Mr. Wembley“ wird, Abwehrreihen mit seinem Signature-Move verzweifeln lässt, mit Ribéry kracht und jetzt auf der Padel-Tour unterwegs ist – Arjen Robben ist eine der schillerndsten Figuren des modernen Fußballs.
Robben wird 1984 im nordniederländischen Bedum geboren, einem beschaulichen Ort nahe Groningen. Über den FC Groningen schafft er den Sprung zu PSV Eindhoven, wo er zum besten jungen Spieler der Liga gewählt wird und mit Tempo, Dribbling und seinem berühmten Haken nach innen erstmals europaweit auf sich aufmerksam macht.
Von PSV geht es 2004 zum aufstrebenden Chelsea unter José Mourinho, wo Robben zweimal englischer Meister wird und nationale Pokale sammelt. Es folgen Real Madrid mit einer spanischen Meisterschaft und dann 2009 der Wechsel zum FC Bayern, wo er in 309 Pflichtspielen 144 Tore erzielt, 100 Assists liefert und zum Gesicht einer goldenen Ära wird.
Mit Bayern gewinnt Robben achtmal die Bundesliga, fünfmal den DFB-Pokal und 2013 endlich die Champions League, als er im Finale gegen Dortmund das späte 2:1 erzielt und zum „Mr. Wembley“ wird. Insgesamt sammelt er Titel in den Niederlanden, England, Spanien und Deutschland und wird mehrfach individuell ausgezeichnet – ein Karriereweg, der ihn in nahezu jedem seiner Klubs zum prägenden Offensivspieler macht.
Für die Niederlande debütiert Robben 2003, nimmt an drei Weltmeisterschaften und drei Europameisterschaften teil und führt Oranje 2010 bis ins WM-Finale sowie 2014 auf Platz drei. Besonders in der Nationalelf wird er zur Symbolfigur: der Mann für das Eins-gegen-eins, der aus dem rechten Halbraum nach innen zieht und mit seinem linken Fuß Spiele entscheidet.
Jubel und Signature-Move
Sein Jubel ist so ikonisch wie sein Spiel: Nach einem seiner typischen Treffer – von rechts nach innen gezogen, Linksschuss ins lange Eck – sprintet Robben oft mit weit ausgebreiteten Armen über den Platz, manchmal kombiniert mit einem emotionalen Schrei in Richtung Kurve. Diese Geste steht für Befreiung und Kontrolle zugleich, weil jeder im Stadion wusste, was kommt – und es trotzdem kaum zu verteidigen war.
Zu den legendären Kapiteln seiner Bayern-Zeit gehört der berühmte Zoff mit Franck Ribéry: In einer Champions League-Partie gegen Real Madrid geraten die beiden in der Kabine heftig aneinander, nachdem es Streit um die Ausführung eines Standards gibt. Ribéry schlägt Robben, kassiert später eine hohe Geldstrafe – doch beide betonen im Rückblick, dass gerade diese Auseinandersetzung ihre Beziehung geklärt hat und „Robbéry“ danach auf dem Platz noch stärker funktionierte.
2019 verabschiedet sich Robben zunächst von Bayern und beendet seine Profikarriere, kehrt dann aber 2020 noch einmal zu seinem Jugendklub FC Groningen zurück, um bei seinem Herzensverein auszuhelfen. Nach einer letzten, von Verletzungen geprägten Saison zieht er 2021 endgültig den Schlussstrich und gibt sein definitives Karriereende als Profifußballer bekannt.
Nach seiner aktiven Laufbahn bleibt Robben dem Fußball emotional verbunden, tritt bei Bayern als Klublegende auf, gibt Interviews zur aktuellen Mannschaft und trainiert unter anderem ein Jugendteam seiner Kinder. Gleichzeitig hat er eine zweite sportliche Liebe entdeckt: Padel – 2025 gibt er sein Debüt auf der CUPRA FIP Tour, gewinnt mit seinem Partner sogar ein Qualifikationsmatch und wird von Profis als „bester Ex-Fußballer mit einer Pala“ gefeiert.
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