Gänsehaut in den Pyrenäen: Thymen Arensman krönte ein Solo der Extraklasse, Florian Lipowitz wuchs über sich hinaus. Die 14. Etappe der Tour de France hatte alles, was den Radsport so magisch macht.
Die 14. Etappe der Tour de France 2025 war ein echtes Spektakel, bei dem Thymen Arensman der uneingeschränkte Hauptdarsteller war. Der Niederländer aus dem Team Ineos setzte sich auf dem vorletzten Anstieg von seinen Mitstreitern ab und stemmte sich anschließend mit eiserner Entschlossenheit gegen 36 Kilometer Hochgebirgsschmerz. Mit über drei Minuten Vorsprung ging er in den finalen, 12,5 Kilometer langen Anstieg nach Luchon-Superbagnères und verteidigte seinen Vorsprung souverän. Am Ende lag er mit 1:08 Minuten vor dem Zweitplatzierten, Tadej Pogacar. Für Arensman ist es der erste Etappensieg bei der Tour de France. Nach seinem zweiten Platz auf Etappe 10 ist dieser Sieg ein verdienter Lohn für seinen Mut und seine Ausdauer.
Die heutige Etappe war mehr als nur ein Bergritt, sie war eine Pilgerfahrt über die berühmtesten Pässe Frankreichs. Vom Start in Pau bis ins Ziel in Superbagnères mussten das Peloton und seine Protagonisten den Col du Tourmalet, den Col d’Aspin und den Col de Peyresourde bezwingen, knapp 5.000 Höhenmeter auf 182,6 Kilometern. Besonders am Tourmalet entfaltete sich das volle Drama der Tour: Nebel, nasse Straßen, Ausreißversuche, Aufholjagden und bittere Tränen.
Für den deutschen Hoffnungsträger Florian Lipowitz war es ein ganz besonderer Tag. Der 24-Jährige konnte lange mit den beiden Giganten Pogacar und Vingegaard mithalten, musste aber bei der zweiten Attacke des Dänen abreißen lassen. Dennoch kann er mit Platz fünf in der Etappe, Platz drei im Gesamtklassement und dem Weißen Trikot des besten Jungprofis eine beeindruckende Leistung vorweisen, die deutschen Radsportfans das Herz aufgehen lässt. Und nicht nur ihnen. Selbst der UAE-Profi Nils Politt zollte ihm vor dem Start Respekt. Lipowitz sei „ein markierter Mann”, den man auf keinen Fall aus den Augen verlieren dürfe, so Politt.
Wo große Sieger gefeiert werden, liegen auch Schatten: Für Remco Evenepoel war die 14. Etappe das Ende aller Ambitionen. Schon am Tourmalet wurde er abgehängt, saß mit hängendem Kopf im Teamwagen und stieg schließlich 100 Kilometer vor dem Ziel aus. Auch für den Dänen Mattias Skjelmose kam das Aus: Nach einem blutigen Sturz an einer Verkehrsinsel kämpfte er sich zwar tapfer weiter, doch der Tourmalet bedeutete auch für ihn das Aus.
Ein weiterer Star des Tages war Lenny Martinez. Der junge Franzose sicherte sich am Tourmalet und am Col d’Aspin wichtige Punkte und übernahm die Führung in der Bergwertung. Am Peyresourde konnte er Arensman zwar nicht mehr folgen, sicherte sich aber noch acht Punkte und damit ein starkes Zeichen auf dem Weg zum Gepunkteten Trikot.
Morgen geht es mit Etappe 15 weiter: Von Muret aus geht es über 169 Kilometer nach Carcassonne. Nach den Pyrenäen-Etappen könnten Ausreißer ihre Chance wittern. Doch sollten die Sprinterteams genug Kraft gesammelt haben, ist ein Massensprint im Finale nicht ausgeschlossen.
RADSPORT
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bet365 News Team
13 Okt 25
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