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Anismova siegt in Peking

Amanda Anisimova krönt ihre Traumsaison in Peking: Mit einem nervenstarken Finalsieg über Linda Noskova sichert sich die US-Amerikanerin ihren zweiten WTA-1000-Titel im Jahr 2025 und schreibt damit Tennisgeschichte.

Amanda Anisimova hat es wieder getan. Die 24-jährige US-Amerikanerin gewann am Sonntag das Finale der China Open gegen die tschechische Nachwuchshoffnung Linda Noskova mit 6:0, 2:6, 6:2 und feierte damit ihren zweiten WTA-1000-Sieg des Jahres. Nach 1 Stunde und 46 Minuten riss sie in Peking die Arme in die Luft: Sie war endlich wieder Siegerin, endlich wieder ganz oben.

Es war ein Sieg, der die Saison der 24-Jährigen auf den Punkt bringt: furios, kämpferisch, emotional. Bereits im Februar hatte Anisimova in Doha ihren ersten WTA-1000-Titel 2025 geholt. Danach folgten Halbfinals, Finalteilnahmen und beeindruckende Auftritte bei Wimbledon und den US Open, doch ein weiterer Pokal blieb aus. Bis jetzt.

Ein Finale mit Wendungen wie im Drehbuch

Der Auftakt gegen Noskova hätte klarer kaum sein können: Anisimova startete wie eine Maschine, gewann die ersten sechs Spiele in Folge und schnappte sich den ersten Satz in nur 23 Minuten mit 6:0. Jeder Return saß, jeder Ballwechsel endete mit einem krachenden Winner. Es schien, als würde die junge Tschechin völlig überrollt werden.

Doch Noskova, erst 20 Jahre alt und in ihrem ersten WTA-1000-Finale, zeigte bemerkenswerten Kampfgeist. Gleich zu Beginn des zweiten Satzes nahm sie Anisimova den Aufschlag ab und fand zu ihrem Spiel. Selbstbewusst, aggressiv und mutig drehte die Tschechin die Partie und glich zum 1:1 nach Sätzen aus.

Im entscheidenden Durchgang zog Anisimova jedoch wieder die Zügel an. Beim Stand von 2:3 aus Noskovas Sicht kam der entscheidende Moment: Die Tschechin machte einen leichten Fehler bei Breakball und Anisimova nutzte ihre Chance eiskalt. Danach spielte sie befreit auf, gewann die letzten vier Spiele in Folge und beendete das Match mit einem ihrer typischen Rückhand-Winner entlang der Linie. Es war ihr 187. Winner des Turniers. Nur Clara Tauson hatte in diesem Jahr bei einem WTA-1000-Turnier mehr.

Ein historischer Erfolg für die USA!

Mit ihrem Sieg in Peking reiht sich Anisimova in eine illustre Liste ein. Nach Serena Williams (2004, 2013) und Coco Gauff (2024) ist sie erst die dritte US-Amerikanerin, die die China Open gewinnen konnte. Zudem ist sie die erste Spielerin aus den USA seit 2015, die zwei WTA-1000-Titel in einer Saison holt.

Der Weg dahin war steinig. Nach souveränen Auftaktsiegen gegen Katie Boulter und Zhang Shuai musste Anisimova in zwei aufeinanderfolgenden Matches über drei Sätze gehen, sowohl gegen Karolina Muchova als auch gegen Jasmine Paolini. Im Halbfinale wartete schließlich die Titelverteidigerin Coco Gauff. Doch statt Nervosität zeigte Anisimova pure Dominanz, siegte klar gegen die Weltranglistenzweite und zog ins Finale ein.

Emotionale Worte und ein Blick nach vorn

Bei der Siegerehrung zeigte sich Anisimova sichtlich bewegt. „Es waren unglaubliche Wochen“, sagte sie und richtete das Wort an Linda, „du spielst großartig. Ich bin sicher, wir werden uns in vielen Finals wiedersehen.“ Dann wandte sie sich an ihr Team und ihre Familie: „Danke, dass ihr das mit mir teilt. Ich liebe euch. Und an meine Neffen Jackson und Kylo: Hi, ich liebe euch!“

Der Triumph in Peking ist Anisimovas insgesamt vierter Karrieretitel und vielleicht der wichtigste. Er stärkt nicht nur ihr Selbstvertrauen vor den anstehenden Turnieren, sondern festigt sie auch auf Platz vier der Weltrangliste und schiebt sie in der „Race to the WTA Finals“-Wertung sogar an Coco Gauff vorbei auf Rang drei.

Nächste Station: Wuhan und dann Riyadh

Für Anisimova bleibt kaum Zeit zum Feiern. In wenigen Tagen beginnt bereits das nächste WTA-1000-Turnier in Wuhan, bei dem sie die Chance hat, den „China-Sweep“ perfekt zu machen. Danach wartet das große Saisonfinale in Riad. Ihre Premiere bei den WTA Finals.

Linda Noskova reist trotz ihrer Niederlage mit einem Lächeln ab. Der Einzug ins Finale war ein Meilenstein in ihrer Karriere: Mit Platz 17 erreicht sie ihr bisher bestes Ranking und ist nun die neue tschechische Nummer eins. Sollte sie in Wuhan erneut weit kommen, wäre sogar ein Platz unter den Top 8 und damit die Teilnahme an den WTA Finals möglich.

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