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Anisimova ringt Paolini nieder und erreicht die WTA Finals

Nach fast drei Stunden Kampf, einem nervenaufreibenden Tiebreak und einem Comeback voller Widerstandskraft besiegt Amanda Anisimova Jasmine Paolini in Peking und löst erstmals ihr Ticket für die WTA Finals.

Manchmal entscheidet im Tennis nicht die Technik, sondern der pure Wille. Genau so ein Match bekamen die Zuschauer in Peking zu sehen, als Amanda Anisimova und Jasmine Paolini über zweieinhalb Stunden um jeden Ball kämpften. Am Ende behielt Anisimova in diesem psychologischen Krimi mit 6:7 (4), 6:3, 6:4 die Oberhand.

Ein Sieg, der nicht nur den Einzug ins Halbfinale der China Open bedeutet, sondern auch die erstmalige Qualifikation für die WTA Finals in Riad. Ein Ziel, das die Amerikanerin von Anfang an fest im Blick hatte.

„Es war mein einziges großes Ziel in dieser Saison“, sagte Anisimova nach dem Spiel sichtlich erleichtert. „Ich bin überglücklich, dass es geklappt hat. Und hier in Peking zu spielen, macht mir zusätzlich unglaublich Spaß.“

Der Weg dorthin war jedoch alles andere als geradlinig. Schon im ersten Satz schien Anisimova auf Kurs zu sein, als sie bei einem Stand von 5:4 zum Satzgewinn servierte, dann aber die Chance mit einem Doppelfehler vergab. Paolini nutzte die Unsicherheit, kämpfte sich zurück und holte sich das Tiebreak mit 7:4 souverän.

Ein Nackenschlag für die Amerikanerin, die bereits im Achtelfinale gegen Karolina Muchova einen Satzrückstand aufholen musste.

Doch wie schon zuvor zeigte sie erneut ihre größte Stärke: das Kämpfen bis zum letzten Punkt. Im zweiten Satz legte sie einen Blitzstart hin, führte 4:0, wankte kurz mit zwei verlorenen Spielen, fing sich aber rechtzeitig. Mit 6:3 erzwang sie den Entscheidungssatz.

Der dritte Durchgang wurde zu einem wahren Nervenkrieg. Beim Stand von 3:4 und 15:40 schien Anisimova endgültig am Rande einer Niederlage zu stehen. Doch statt einzubrechen, wehrte sie Punkt um Punkt ab. Ganze sechs Breakbälle überstand sie in einem epischen Spiel, das über 20 Punkte dauerte. Mit einem Rückhandwinner auf die Linie und einem Ass meldete sie sich zurück, und von da an war klar, dass sie nicht mehr loslassen würde.

Anisimova wirkte plötzlich befreit, brach Paolinis Aufschlag im folgenden Spiel und machte anschließend mit einem glatten Aufschlagspiel den Sieg perfekt. Jubel, Erleichterung, Triumph. Die ganze Bandbreite der Emotionen spiegelte sich in diesem Moment wider.

Der Sieg hat auch statistischen Wert: Es war Anisimovas zwölfter Drei-Satz-Erfolg in dieser Saison, nur Madison Keys hat mehr. Zudem steht sie nun bei sieben Siegen gegen Top-10-Spielerinnen im Jahr 2025, gleichauf mit Coco Gauff, gegen die sie nun im Halbfinale antreten wird. Nur Aryna Sabalenka und Iga Swiatek haben mehr erreicht.

Es ist bereits Anisimovas dritte Halbfinalteilnahme bei einem WTA-1000-Turnier nach Doha und Toronto, bei denen sie beide Male bis ins Finale kam. Dass sie nun auf die Titelverteidigerin und Mitfavoritin Coco Gauff trifft, verleiht dem Duell zusätzliche Brisanz.

Die Rivalität zwischen den beiden US-Amerikanerinnen hat bereits Geschichte: Auf Sand setzte sich Gauff durch, auf dem Rasen von Wimbledon 2022 Anisimova. Nun steht das direkte Duell auf Hartplatz an, und beide wissen, dass nicht nur der Einzug ins Finale, sondern auch das psychologische Übergewicht in ihrer noch jungen Rivalität auf dem Spiel steht.

„Es ist immer ein harter Kampf gegen Coco“, erklärte Anisimova. „Aber genau deswegen freue ich mich auf das Match.“

Die Ausgangslage könnte kaum spannender sein: Zwei der besten Spielerinnen dieser Saison stehen sich gegenüber, beide sind voller Selbstvertrauen und haben bereits ihr Ticket für die WTA Finals in der Tasche. Doch in Peking geht es um mehr: um Prestige, um Rhythmus und um den Platz als Favoritin im Finale.

Ob Anisimovas Traumjahr mit einem weiteren Finaleinzug gekrönt wird oder Gauff ihre Titelverteidigung fortsetzt, entscheidet sich nun im direkten Duell. Sicher ist schon jetzt: Dieses Halbfinale wird mehr als nur ein Tennismatch sein. Es wird das Duell zweier Spielerinnen, die gelernt haben, den Schmerz auszuhalten und daraus Kraft zu schöpfen.

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