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Anisimova kämpft sich ins Viertelfinale von Wimbledon

Ein spektakuläres Match, ein mutiges Comeback und der Blick Richtung Weltspitze: Amanda Anisimova steht wieder im Viertelfinale von Wimbledon, der ganz große Durchbruch scheint zum Greifen nah.

Im Achtelfinale gegen Linda Noskova lieferte sich die US-Amerikanerin am Sonntagabend auf dem Court Nr. 1 ein wahres Kräftemessen und behielt nach einem packenden Dreisatz-Thriller die Nerven. Nach 2 Stunden und 2 Minuten hieß es 6:2, 5:7, 6:4 für die 23-Jährige, die nun nur noch einen Sieg von ihrem bisher besten Grand-Slam-Ergebnis entfernt ist.

„Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht, dass ich im dritten Satz hinten lag“, verriet Anisimova nach der Partie lachend. Tatsächlich lag sie bereits mit 1:3 zurück, kämpfte sich jedoch beeindruckend zurück. „Ich habe mir einfach gesagt, dass ich an mich glauben muss und mein Niveau steigern muss, wenn ich eine Chance haben will.“

Für Anisimova ist es das dritte Viertelfinale bei einem Grand Slam und das zweite in Wimbledon. Bereits 2019 sorgte sie bei den French Open für Furore, als sie im Halbfinale stand. Nun könnte sie erneut in die Vorschlussrunde eines der größten Turniere der Welt einziehen.

Ihr nächster Prüfstein ist Anastasia Pavlyuchenkova, aktuell die Nummer 50 der Welt. Die Statistik spricht klar für Anisimova: Sie konnte alle drei bisherigen Duelle, zwei davon im letzten Jahr, für sich entscheiden.

Der Weg zurück ins Rampenlicht war für Anisimova alles andere als einfach. Nach ihrer Viertelfinalteilnahme 2022 in Wimbledon verpasste sie im Folgejahr nicht nur das Hauptfeld, sondern legte auch eine längere Pause vom Tennis ein. Im vergangenen Jahr scheiterte sie in der letzten Runde der Wimbledon-Qualifikation.

Doch genau dieser Rückschlag markierte den Beginn ihres bemerkenswerten Comebacks. In den letzten zwölf Monaten durchlief sie die bislang erfolgreichste Phase ihrer Karriere: Sie erreichte das Finale des WTA-1000-Turniers in Toronto im vergangenen August, gewann im Februar ihren ersten WTA-1000-Titel in Doha und schaffte den Sprung in die Top 20 der Welt.

Aktuell rangiert sie auf Position 12 der Weltrangliste, so hoch wie nie zuvor. In Wimbledon winkt ihr nun sogar der erstmalige Sprung in die Top 10, vor einem Jahr stand sie noch auf Platz 189.

„Ich habe mein gesamtes Umfeld verändert“, erklärte Anisimova ihren Aufschwung. „Meine Arbeitseinstellung, meine Professionalität. Alles hat sich komplett gewandelt. Heute dreht sich alles um mein Tennis, um die richtige Vorbereitung und um die Regeneration.“

Die Auszeit habe ihr eine völlig neue Perspektive eröffnet. „Ich habe gelernt, für jeden einzelnen Punkt zu kämpfen, Herausforderungen zu akzeptieren und sie anzunehmen. Das habe ich früher nicht in diesem Ausmaß getan.“

Das Duell gegen Noskova war ihr zehnter Sieg auf Rasen in dieser Saison. Auch zuvor hatte sie bereits starke Ergebnisse auf diesem Belag erzielt, beispielsweise das Finale im Queen’s Club und das Viertelfinale in Berlin.

Doch gegen die erst 20-jährige Noskova musste Anisimova all ihre Erfahrung und Nervenstärke in die Waagschale werfen. Den ersten Satz dominierte sie klar, im zweiten geriet sie jedoch ins Hintertreffen. Zwar wehrte sie einen Satzball beim Stand von 4:5 noch ab, doch Noskova sicherte sich den Durchgang schließlich mit einem Ass beim zweiten Satzball.

Auch im entscheidenden dritten Satz schien Noskova die Partie an sich zu reißen. Anisimova lag erneut mit einem Break zurück, ehe sie von drei unerzwungenen Fehlern ihrer Gegnerin profitieren konnte. Beim Stand von 5:4 verwandelte Anisimova schließlich ihren zweiten Matchball mit einem präzisen Rückhandwinner, ihrem zehnten aus dieser Ecke.

Mit diesem Erfolg wahrt Anisimova nicht nur ihre Titelchancen in Wimbledon, sondern untermauert auch eindrucksvoll, dass mit ihr in dieser Saison auf allen Belägen zu rechnen ist.

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