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Alles, was du über das Zeitfahren bei der Tour de France wissen musst

Das Zeitfahren ist eine der spektakulärsten Disziplinen der Tour de France. Hier kämpft jeder Fahrer allein gegen die Uhr, und Aerodynamik, Technik und Taktik entscheiden über Sieg oder Niederlage. Wir erklären das Zeitfahren im Detail.

Das Zeitfahren bei der Tour de France: der ultimative Kampf gegen die Uhr!

Das Zeitfahren, auf Französisch „Contre-la-montre“ (CLM), ist eine der härtesten Disziplinen im Profi-Radsport. Anders als bei Massensprints oder auf Bergetappen zählt hier nur eines: Wer hat die schnellste Zeit? Dabei fahren die Athleten einzeln auf einer genau vermessenen Strecke, ohne den Windschatten des Pelotons nutzen zu können.

Gerade bei der Tour de France kommt dem Zeitfahren eine besondere Bedeutung zu. Es ist nicht nur ein Showdown für Spezialisten, sondern oft auch ein entscheidender Faktor im Kampf um das begehrte Gelbe Trikot. In der Regel werden zwei Zeitfahren ausgetragen: eines in der ersten Rennhälfte und eines am vorletzten Tag vor der Zielankunft in Paris.

Die verschiedenen Zeitfahr-Formate im Überblick

Die wohl bekannteste Variante ist das Einzelzeitfahren. Jeder Fahrer startet mit einem festen Zeitabstand zum Vordermann, meist ein bis zwei Minuten. Gewonnen hat der Fahrer mit der geringsten Fahrzeit.

Solche Etappen gibt es nicht nur bei der Tour de France, sondern auch bei anderen großen Rennen wie dem Giro d’Italia oder der Vuelta a España. Zudem sind Einzelzeitfahren fester Bestandteil der Weltmeisterschaften und der Olympischen Spiele. Früher war der „Grand Prix des Nations” der inoffizielle Zeitfahr-Klassiker.

Eine besonders spektakuläre Variante ist das Bergzeitfahren, bei dem das Einzelzeitfahren ausschließlich bergauf stattfindet, beispielsweise am Mont Ventoux oder der Alpe d’Huez.

Von 1967 bis 2012 startete die Tour de France meist mit einem sogenannten Prolog, einem sehr kurzen Einzelzeitfahren von meist weniger als acht Kilometern. Dieses Format diente sowohl als sportlicher Auftakt als auch als große Show zur Fahrervorstellung in einer Großstadt. Heute wird der Prolog seltener eingesetzt; oft beginnt die Tour stattdessen mit einer regulären Etappe.

Neben dem Einzelzeitfahren gibt es auch das Teamzeitfahren. Dabei starten Teams mit bis zu acht Fahrern gemeinsam. Hier zählt die Zeit des fünften Fahrers im Ziel, weshalb perfektes Teamwork entscheidend ist. Windstaffeln, präzises Wechseln und höchste Disziplin sind die Merkmale dieses Formats.

Das Teamzeitfahren war früher ein fester Bestandteil der Tour de France, heute ist es jedoch deutlich seltener geworden. Eine nostalgische Variante ist das „Gentlemen’s Race“: Hier fahren ein junger Fahrer („Lancier“) und ein älterer Gentleman als Duo. Die Zeit des älteren Fahrers bestimmt das Ergebnis.

Auch auf der Radrennbahn wird um Sekundenbruchteile gekämpft. Im Velodrom gibt es mehrere Zeitfahr-Wettbewerbe:

  • 1.000-Meter-Zeitfahren (Kilometerzeitfahren)

  • 500-Meter-Zeitfahren für Frauen

  • 200-Meter-Zeitfahren mit fliegendem Start

  • Einzelverfolgung (zwei Fahrer starten gegeneinander)

  • Mannschaftsverfolgung

Aerodynamik ist der Schlüssel zum Erfolg

Im Zeitfahren entscheidet oft die Aerodynamik. Die Fahrer setzen auf spezielle Zeitfahrmaschinen mit steifen, windschnittigen Rahmen. Aerohelme, hautenge Rennanzüge und oft sogar vollflächige Hinterräder sorgen dafür, den Luftwiderstand so gering wie möglich zu halten.

Je nach Streckenprofil kommen unterschiedliche Laufräder zum Einsatz.

  • Flache Felgen für bergige Strecken

  • Hochprofilfelgen für Flachstücke.

  • Vollscheibenräder werden bei windstillen Bedingungen verwendet.

Das Ziel besteht darin, die bestmögliche Balance aus Geschwindigkeit, Stabilität und Handling zu finden.

Das Zeitfahren ist und bleibt ein Herzstück der Tour de France

Ob auf der Straße oder im Velodrom, das Zeitfahren ist eine faszinierende Disziplin, bei der Taktik, Material und mentale Stärke entscheidend sind. Gerade bei der Tour de France kann das Zeitfahren das gesamte Klassement durcheinanderwirbeln und für überraschende Wendungen sorgen.

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