Das Grüne Trikot ist eine der begehrtesten Auszeichnungen bei der Tour de France. Es wird an den besten Sprinter im Feld vergeben, doch hinter der Punktewertung steckt weit mehr, als viele auf den ersten Blick denken.
Bei der Tour de France dreht sich nicht alles um das berühmte Gelbe Trikot. Das Grüne Trikot, auf Französisch Maillot Vert genannt, ist ein weiteres ikonisches Kleidungsstück, das im Verlauf der Rundfahrt eine zentrale Rolle spielt. Es wird an den Führenden der Punktewertung vergeben, also meist an die besten Sprinter des Pelotons.
Bei jeder Etappe sammeln die Fahrer Punkte für das Grüne Trikot. Diese werden sowohl am Etappenziel als auch bei sogenannten Zwischensprints vergeben. Auf flachen Etappen, die typischerweise von Sprintern dominiert werden, gibt es die meisten Punkte zu holen. Der Etappensieger erhält derzeit 50 Punkte. Wer bei einem Zwischensprint als Erster die Ziellinie überquert, erhält 20 Punkte.
Bei Berg- und Hügeltouren hingegen werden deutlich weniger Punkte verteilt. Dadurch haben gerade auf den flachen Teilstücken die klassischen Sprinter die besten Chancen, das Grüne Trikot zu erobern. Doch nicht nur Sprintfähigkeiten zählen, auch Taktik spielt eine entscheidende Rolle.
Wer das Grüne Trikot wirklich gewinnen will, braucht mehr als nur schnelle Beine. Viele Fahrer versuchen, durch Ausreißversuche Punkte bei Zwischensprints zu sammeln. Diese Taktik erfordert nicht nur hohe Sprintqualitäten, sondern auch Kletterfähigkeiten und vor allem die Fähigkeit, sich nach anstrengenden Etappen schnell zu erholen.
Ein weiterer, oft unterschätzter Aspekt ist zudem, dass nur diejenigen, die die komplette Tour de France erfolgreich beenden, überhaupt die Chance haben, das Grüne Trikot zu gewinnen. Gerade in den Hochgebirgsetappen müssen Sprinter um jede Sekunde kämpfen, um das Zeitlimit zu schaffen. Dadurch wird das Grüne Trikot zu einer Auszeichnung für Alleskönner.
Es wurde erstmals 1953 zur Feier des 50-jährigen Jubiläums der Tour de France vergeben. Der erste Sieger war der Schweizer Fritz Schär, der nicht nur die Punktewertung für sich entschied, sondern im Jahr darauf sogar den dritten Platz in der Gesamtwertung belegte.
Eine Ausnahme in der Geschichte des Grünen Trikots gab es im Jahr 1968: Damals trug der Führende der Punktewertung ein rotes Trikot, da ein neuer Sponsor ins Spiel kam. Bereits im darauffolgenden Jahr kehrte die Tour de France jedoch zum vertrauten Grün zurück und ist seither dabei geblieben.
In der langen Geschichte des Grünen Trikots haben sich einige Fahrer besonders hervorgetan. Peter Sagan ist dabei der absolute Rekordhalter. Der slowakische Superstar gewann die Punktewertung ganze sieben Mal in den Jahren 2012 bis 2019, mit Ausnahme der Tour 2017, bei der er disqualifiziert wurde.
Dicht dahinter folgt Erik Zabel aus Deutschland, der zwischen 1996 und 2001 sechsmal in Folge das Grüne Trikot holte. Auch der Ire Sean Kelly zählt mit vier Siegen zu den erfolgreichsten Fahrern in der Geschichte der Punktewertung.
Weitere bekannte Namen wie Jan Janssen, Eddy Merckx, Freddy Maertens, Djamolidine Abdoujaparov und Robbie McEwen konnten das Grüne Trikot jeweils dreimal gewinnen.
Das Grüne Trikot steht für Geschwindigkeit, Ausdauer und Taktik. Es ist die wichtigste Auszeichnung für Sprinter im Radsport und sorgt Jahr für Jahr für spannende Duelle auf den Straßen Frankreichs. Wer es trägt, gehört zu den vielseitigsten Fahrern im Peloton und schreibt zugleich ein Stück Radsportgeschichte.
RADSPORT
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bet365 News Team
13 Okt 25
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