Vom Signal Iduna Park bis zur Ursapharm-Arena: Der große Guide stellt alle 18 Bundesliga-Stadien der Saison 2026/2027 mit Kapazität, Eröffnung und Besonderheiten / Merkmalen vor.
Die deutschen Fußballstadien gehören zu den stimmungsvollsten Spielstätten Europas. In den vergangenen Jahrzehnten wurden zahlreiche Arenen neu gebaut, modernisiert oder deutlich vergrößert. Stehplatzbereiche, kompakte Tribünen und traditionsreiche Fankurven sorgen dafür, dass sich die Bundesliga deutlich von vielen anderen europäischen Ligen unterscheidet.
Der Hype um den deutschen Fußball hält unvermindert an. In der Saison 2025/26 kamen durchschnittlich 42.332 Zuschauer zu den Bundesliga-Spielen. Damit verzeichnete die höchste deutsche Spielklasse erneut den besten Zuschauerschnitt unter den fünf großen europäischen Ligen. Borussia Dortmund und der FC Bayern München führten mit jeweils allen ausverkauften Heimspielen sogar die europaweite Zuschauerrangliste an.
Die Begeisterung beschränkt sich in Deutschland nicht auf die Bundesliga. Selbst in der 2. Bundesliga und der 3. Liga verfolgen regelmäßig Tausende Fans die Spiele im Stadion. Vereine wie Schalke, Dresden, Hamburg, Köln oder Kaiserslautern zeigten in den vergangenen Jahren, dass große Arenen auch unterhalb der Bundesliga nahezu vollständig ausgelastet werden können.
Borussia Dortmund: Signal Iduna Park
Der Signal Iduna Park ist mit 81.365 Plätzen das größte Fußballstadion Deutschlands. Die Arena wurde 1974 als Westfalenstadion eröffnet, unter anderem weil Dortmund als Austragungsort für die Fußball-Weltmeisterschaft eine geeignete Spielstätte benötigte.
Das Herzstück ist die berühmte Südtribüne, die als „Gelbe Wand“ bekannt ist. Sie bietet bei nationalen Begegnungen mehr als 24.000 Stehplätze und gilt als größte Stehplatztribüne Europas. Die gelben Stahlpylonen, die steilen Tribünen und die Nähe der Zuschauer zum Rasen machen das Stadion unverwechselbar.
Die Allianz Arena wurde 2005 eröffnet und bietet bei Bundesliga-Spielen 75.000 Zuschauern Platz. Der FC Bayern verließ für den Neubau das Münchner Olympiastadion und teilte sich die Arena zunächst mit dem TSV 1860 München.
Besonders bekannt ist die Außenfassade aus aufblasbaren Folienkissen, die abhängig von der Veranstaltung beleuchtet werden kann. Seit dem Auszug des TSV 1860 ist die Arena vollständig auf den FC Bayern ausgerichtet. Im Stadion befinden sich außerdem das Vereinsmuseum und die offizielle Erlebniswelt des Rekordmeisters.
FC Schalke 04: Veltins-Arena
Mit der Rückkehr des FC Schalke 04 gehört die Veltins-Arena wieder zur Bundesliga. Sie wurde im August 2001 eröffnet und fasst bei Ligaspielen 62.271 Zuschauer.
Technisch gehört die Arena zu den außergewöhnlichsten Stadien Europas. Das Dach lässt sich vollständig schließen, während der Rasen für Veranstaltungen aus dem Innenraum herausgefahren werden kann. Hinzu kommen verschiebbare Tribünenelemente und ein großer Videowürfel über dem Spielfeld. Der Spielertunnel wurde wie ein Bergwerk gestaltet und erinnert an die Bergbaugeschichte des Vereins und der Region.
VfB Stuttgart: MHPArena
Die MHPArena wurde ursprünglich 1933 eröffnet und seitdem mehrfach umgebaut. Heute bietet die Heimspielstätte des VfB Stuttgart 60.058 Plätze.
Über viele Jahrzehnte war das Stadion eine Mehrzweckarena mit Leichtathletikbahn. Zwischen 2008 und 2011 erfolgte der Umbau zu einem reinen Fußballstadion. Vor der Europameisterschaft 2024 wurde insbesondere die Haupttribüne umfassend modernisiert. Ältere Fans bezeichnen die Arena weiterhin häufig als Neckarstadion.
Eintracht Frankfurt: Deutsche Bank Park
Der heutige Deutsche Bank Park steht auf dem Gelände des historischen Frankfurter Waldstadions, das 1925 eröffnet wurde. Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 entstand zwischen 2002 und 2005 praktisch eine neue Arena. Bei Bundesliga-Spielen finden dort 58.000 Zuschauer Platz.
Das Stadion besitzt ein verschließbares Dach und kann neben Fußballspielen auch Konzerte sowie andere Großveranstaltungen ausrichten. Bekannt ist die Arena vor allem für ihre Atmosphäre bei Abend- und Europapokalspielen von Eintracht Frankfurt.
Hamburger SV: Volksparkstadion
Das Volksparkstadion bietet rund 57.000 Plätze und gehört zu den traditionsreichsten Fußballstandorten Deutschlands. Die ursprüngliche Anlage wurde 1953 eröffnet. Der HSV zog 1963 dauerhaft in den Volkspark, pünktlich zur ersten Bundesliga-Saison.
Ende der 1990er-Jahre wurde das alte Stadion abgerissen und durch eine moderne Fußballarena ersetzt. Der Neubau wurde 2000 eröffnet. Im Volksparkstadion fanden Begegnungen der Weltmeisterschaft 2006 und der Europameisterschaft 2024 sowie zahlreiche Konzerte und andere Großveranstaltungen statt.
Borussia Mönchengladbach: ista-Borussia-Park
Borussia Mönchengladbach trägt seine Heimspiele seit 2004 im ista-Borussia-Park aus. Das Stadion löste den traditionsreichen, aber nicht mehr zeitgemäßen Bökelberg ab und verfügt über 54.042 Plätze.
Die kompakte Bauweise bietet von nahezu allen Plätzen eine gute Sicht auf den Rasen. Mittelpunkt der Fankultur ist die Nordkurve, in der die aktivsten Gladbacher Anhänger stehen. Das Stadion liegt auf dem Gelände einer ehemaligen britischen Kaserne und gehört zu einem größeren Areal mit Trainingsplätzen, Hotel und Vereinsmuseum.
Das RheinEnergieStadion steht im Kölner Stadtteil Müngersdorf und bietet genau 50.000 Zuschauern Platz. An diesem Standort wird bereits seit 1923 Fußball gespielt. Die heutige Arena entstand zwischen 2002 und 2004 im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2006.
Erkennungsmerkmal sind die vier beleuchteten Türme an den Stadionecken. Durch die steilen Tribünen und die geringe Entfernung zum Spielfeld entsteht eine intensive Atmosphäre. Vor den Heimspielen gehört das gemeinsame Singen der Vereinshymne „Mer stonn zo dir, FC Kölle“ zu den wichtigsten Ritualen.
RB Leipzig: Red Bull Arena
Die heutige Red Bull Arena wurde 2004 eröffnet und fasst 47.800 Zuschauer. Ihre Architektur ist ungewöhnlich: Das neue Stadion wurde innerhalb des Walls des ehemaligen Leipziger Zentralstadions errichtet, das früher Platz für rund 100.000 Menschen bot.
Die Arena war 2006 das einzige WM-Stadion auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. RB Leipzig nutzt die Spielstätte seit 2010. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem die Sitzschalen ausgetauscht, Zugänge verbessert und weitere Modernisierungen vorgenommen.
Werder Bremen: Weserstadion
Das Weserstadion liegt unmittelbar am Ufer der Weser und gehört zu den schönsten Stadionstandorten der Bundesliga. Die heutige Anlage wurde 1947 eröffnet und fasst rund 42.100 Zuschauer.
Zwischen 2008 und 2012 erfolgte der weitgehende Umbau zu einem reinen Fußballstadion. Die Leichtathletikbahn verschwand, die Tribünen rückten näher an das Spielfeld und das Dach wurde vollständig erneuert. In die Außenfassade sind Solarmodule integriert. Eine weitere Besonderheit: Fans können an Spieltagen mit dem Schiff zum Stadion anreisen.
SC Freiburg: Europa-Park Stadion
Der SC Freiburg eröffnete sein Europa-Park Stadion 2021. Die neue Spielstätte bietet 34.700 Plätze und ersetzte das deutlich kleinere Dreisamstadion.
Das Stadion zählt zu den nachhaltigsten Fußballarenen Deutschlands. Auf dem Dach befindet sich eine große Photovoltaikanlage, die einen erheblichen Teil des benötigten Stroms produziert. Hinzu kommen Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge und mehrere Tausend Fahrradstellplätze. Das langfristige Ziel ist ein möglichst klimaneutraler Stadionbetrieb.
1. FSV Mainz 05: Mewa Arena
Die Mewa Arena wurde am 3. Juli 2011 eröffnet und verfügt über 33.305 Zuschauerplätze. Sie ersetzte das Stadion am Bruchweg, das für die sportliche Entwicklung des Vereins zu klein geworden war.
Vier freistehende Tribünen und offene Stadionecken verleihen der Arena ihr charakteristisches Erscheinungsbild. Die Mainzer Spielstätte trug zuvor die Namen Coface Arena und Opel Arena. Besonders erfolgreich war dort bislang die deutsche Nationalmannschaft, die ihre ersten vier Länderspiele in der Arena allesamt gewann.
FC Augsburg: WWK Arena
Die WWK Arena wurde 2009 nach einer Bauzeit von rund 20 Monaten eröffnet. Bei Bundesliga-Spielen finden dort 30.660 Zuschauer Platz.
Das Stadion wurde von Beginn an mit einem nachhaltigen Energiekonzept geplant. Eine geothermische Anlage versorgt große Teile der Arena mit Energie. Die steilen und eng am Spielfeld angeordneten Tribünen sorgen trotz der vergleichsweise überschaubaren Kapazität für eine intensive Geräuschkulisse.
Bayer 04 Leverkusen: BayArena
Die BayArena ist seit 1958 die Heimat von Bayer 04 Leverkusen und bietet 30.210 Plätze. Bis 1998 trug sie den Namen Ulrich-Haberland-Stadion.
Zwischen 2007 und 2009 wurde die Arena umfassend erweitert und mit ihrem charakteristischen großen Runddach versehen. Eine Besonderheit ist das in die Nordtribüne integrierte Hotel. Einige Zimmer ermöglichen sogar einen direkten Blick in den Stadioninnenraum. Die BayArena war 2010 außerdem Schauplatz der ersten deutschen Liveübertragung eines Bundesligaspiels in 3D.
TSG Hoffenheim: SNP Arena
Die TSG Hoffenheim zog 2009 aus dem kleinen Dietmar-Hopp-Stadion in die heutige SNP Arena nach Sinsheim um. Die bis 2026 als PreZero Arena bekannte Spielstätte bietet 30.150 Zuschauern Platz.
Das Stadion liegt direkt an der Autobahn A6 und ist deshalb schon aus größerer Entfernung sichtbar. Es setzt stark auf Nachhaltigkeit: Solarmodule erzeugen Strom, Mehrwegbecher reduzieren Abfall und mehr als 90 Prozent der verwendeten Materialien werden wiederverwertet. 2023 erreichte die Arena ihr angestrebtes Ziel als „Zero Waste“-Stadion.
1. FC Union Berlin: Stadion An der Alten Försterei
Das Stadion An der Alten Försterei ist seit 1920 die Heimat des 1. FC Union Berlin. Es liegt im grünen Berliner Stadtteil Köpenick und fasst derzeit 22.012 Zuschauer.
Die Arena besteht überwiegend aus Stehplätzen und verkörpert wie kaum ein anderes Stadion die Identität des Vereins. Beim Umbau 2008 und 2009 halfen rund 2.000 Fans freiwillig mit. Bekannt ist die Alte Försterei außerdem für das jährliche Weihnachtssingen. Eine Erweiterung auf mehr als 34.000 Plätze ist geplant.
SC Paderborn 07: Home Deluxe Arena
Die Home Deluxe Arena wurde 2008 eröffnet und bietet 15.000 Plätze. Sie ist ein kompaktes, vollständig überdachtes Fußballstadion mit vergleichsweise steilen Tribünen.
Eine besondere Erinnerung an die Bundesliga-Geschichte des Vereins befindet sich vor der Arena: Die Stoppelkamp-Allee ist exakt 82,3 Meter lang. Aus dieser Entfernung erzielte Moritz Stoppelkamp 2014 gegen Hannover 96 das weiteste Tor der Bundesliga-Geschichte.
SV Elversberg: Ursapharm-Arena an der Kaiserlinde
Die Ursapharm-Arena an der Kaiserlinde wurde 1983 eröffnet und ist die kleinste Spielstätte der Bundesliga-Saison 2026/27. Während der laufenden Ausbauarbeiten stehen ungefähr 10.000 Plätze zur Verfügung.
Nach Abschluss der Modernisierung soll das Stadion rund 15.500 Zuschauer aufnehmen und damit die Anforderungen an eine Bundesliga-Spielstätte erfüllen. Die Arena trägt ihren traditionellen Zusatz nach einer nahe gelegenen Linde. Der erstmalige Bundesliga-Aufstieg Elversbergs macht den kleinen Ort Spiesen-Elversberg zum bislang kleinsten Bundesliga-Standort.
Das größte Stadion der Bundesliga ist der Signal Iduna Park von Borussia Dortmund. Gleichzeitig ist das Stadion des BVB auch das größte Stadion in ganz Deutschland. Bei nationalen Spielen können 81.365 Zuschauer die Arena besuchen. Dahinter folgen die Allianz Arena des FC Bayern mit 75.000 und die Veltins-Arena des FC Schalke 04 mit 62.271 Plätzen.
Bei internationalen Begegnungen fällt die Kapazität häufig niedriger aus. Der Grund dafür ist, dass ein Teil der Stehplätze entsprechend den Vorgaben des jeweiligen Wettbewerbs in Sitzplätze umgewandelt werden muss.
Die kleinste Spielstätte der Saison 2026/27 ist die Ursapharm-Arena an der Kaiserlinde des Bundesliga-Neulings SV Elversberg. Während des laufenden Ausbaus fasst sie ungefähr 10.000 Zuschauer.
Nach der Fertigstellung soll die Kapazität auf etwa 15.500 Plätze steigen. Damit wäre das Stadion etwas größer als die Home Deluxe Arena des SC Paderborn, die Platz für 15.000 Fans bietet.
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