Verletzungssorgen? Von wegen! Carlos Alcaraz wirbelt in Tokio, Holger Rune dominiert, und die neuen Duelle versprechen Hochspannung. Wer behauptet sich auf dem Weg Richtung Jahresendspurt?
Es war das Bild, das viele Fans mit Sorge erfüllte: Carlos Alcaraz humpelte nach seinem Auftaktsieg gegen Sebastián Báez noch leicht, sein Sprunggelenk schien angeschlagen. Doch am Samstag in Tokio machte der Spanier kurzen Prozess mit allen Zweifeln. Mit 6:4, 6:3 gegen den Belgier Zizou Bergs zeigte der Topgesetzte, dass er wieder ganz der Alte ist: beweglich, aggressiv und mit der gewohnten Energie, die ihn zum Publikumsliebling und sechsfachen Grand-Slam-Champion gemacht hat.
Fast 80 Minuten lang diktierte Alcaraz das Geschehen, glänzte mit wuchtigen Vorhänden und sicherem Netzspiel. Zwar vergab er in beiden Sätzen eine frühe Breakführung, doch seine Reaktion darauf war ein Statement: Keine Spur von Unsicherheit, sondern pure Entschlossenheit. Danach war klar, warum der 21-Jährige in dieser Saison bereits bei 64 Siegen steht.
„Es war hart, und die letzten eineinhalb Tage waren extrem wichtig, um bestmöglich zu regenerieren“, erklärte Alcaraz anschließend. Vor allem seine enge Zusammenarbeit mit dem Physio-Team hob er hervor: „Ich habe die besten Leute an meiner Seite, und sie haben einen großartigen Job gemacht.“ Nur gelegentlich habe er sein Sprunggelenk gespürt, was jedoch nicht spielentscheidend war.
Mit diesem Sieg zieht Alcaraz ins Viertelfinale der Japan Open ein, in dem er auf Brandon Nakashima trifft. Der US-Amerikaner setzte sich mit 7:5 und 6:3 gegen Márton Fucsovics durch und feierte damit seinen 30. Saisonsieg. Es wäre ein besonderer Moment: Gewinnt Alcaraz auch dieses Match, stellt er mit 65 Tour-Level-Siegen in einem Kalenderjahr seine persönliche Bestmarke ein. Ein Ausrufezeichen in einer ohnehin schon herausragenden Saison. Nach seinem Triumph bei den US Open bezwang er nicht nur Jannik Sinner im Finale, sondern holte sich auch die Nummer 1 der Welt zurück.
Während Alcaraz den achten Titel 2025 ins Visier nimmt, hat auch Holger Rune einen klaren Fahrplan. Der Däne ließ gegen Ethan Quinn nichts anbrennen und siegte souverän mit 6:4 und 6:2, wodurch er bereits in seinem fünften Viertelfinale der Saison steht. Damit knüpft er an seinen Erfolg von 2024 an, als er in Tokio ins Halbfinale marschierte.
„Ich habe gleich zu Beginn der Sätze den Fokus geschärft und versucht, das Tempo hochzuhalten”, erklärte Rune nach dem Match. Die Taktik ging auf: Quinn konnte seine Waffen kaum entfalten, während der 22-Jährige das Geschehen bestimmte. Nun wird Rune mit einem Duell gegen Jenson Brooksby belohnt, der den Italiener Luciano Darderi mit 7:6 (7), 6:1 besiegte.
Rune hat in diesem Jahr bereits in Barcelona auf Sand triumphiert, sucht aber noch nach seinem zweiten Titel. Seine Motivation ist hoch, nicht zuletzt, weil die Teilnahme am prestigeträchtigen Saisonfinale in Turin noch in weiter Ferne liegt. Mit Platz 14 im Live Race fehlen ihm mehr als 1.000 Punkte auf den letzten Qualifikationsrang, aktuell gehalten von Alex de Minaur. Ein Erfolgslauf in Tokio könnte hier der entscheidende Schub sein.
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